China’s Service

Veröffentlicht: 01/10/2010 in Allgemein
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Globalisierung killt kleine Unternehmen, sie vernichtet Tradition. Aber wenn der Apple-Computer am anderen Ende der Welt ein W-Lan-Problem hat, ist Globalisierung das schönste auf der Welt.

„Es besteht keine Verbindung zum Internet“: Horrormeldung für jeden Blogger. Dabei zeigt mein Computer doch das volle Signal an. Was tun? Apple googlen und auf zum nächsten Store, der gerade 15 Minuten weg liegt, mitten im Sanlitun Village, dem angesagtesten Pflaster Beijings.

Auf den 200 stylischen Quadratmeter tummeln sich die Chinesen. Apple-Produkte sind hier noch neu. Das iPhone 4G ist gerade auf den Markt gekommen.

„When is your appointment?“, fragt mich eine junge Genius, eine der Berater bei Apple. Natürlich habe ich keins. Der nächste freie Termin ist  am darauffolgenden Nachmittag. „Ich kann nachmittags nicht, ich arbeite“, sage ich halb verzweifelt. Eine Ausländerin neben mir lacht laut auf.“Wissen Sie das denn nicht, die haben hier bis 22Uhr auf. Das ist chinesischer Service!“

Ich packe meine Computer wieder ein und hoffe auf den nächsten Tag. 19Uhr. Der Store ist wie ein Ameisenhaufen. Überall geschäftige Menschen. Nach einigen Minuten des verwirrten Durcheinanders verstehe ich: Hier muss man sich anmelden, dann wird einem ein Genius zugteilt.

Meins heißt Lim und spricht Englisch. Er checkt meinen Computer, steckt Käbel in die Anschlüsse, fährt ihn hoch und wieder runter. Ich müsse mein Betriebssystem neu installieren. „Das liegt es in Belgien“, sage ich ihm. Er schmunzelt.

Immer mehr Menschen stehen um uns rum, mein Genius bleibt gelassen, er scheint dran gewöhnt zu sein.

Nach anderthalb Stunden funktioniert mein Internet wieder. Nur mein Akku geht nicht. Lim packt meinen Computer ein. „Ist es für Sie in Ordnung, wenn wir Ihren Computer bis morgen früh reparieren?“ Jetzt schmunzel ich. „Untill tomorrow??? Of course“. „Wissen Sie“, sagt er, „wir reparieren die Computer nachdem der Laden geschlossen ist“.

Am nächsten Morgen ruft mich um halb 10 ein Mitarbeiter an. Das Akku haben sie nicht reparieret, denn die Reparatur hätte mehr gekostet als einen neuen Computer zu kaufen. Ich brauche nichts zu bezahlen. In Deutschland hatte man 60 Euro gefragt nur um den Computer aufzuschrauben.

Ich nehme einen Termin und geh am selben Abend noch zum Apple Geschäft. Es ist geschlossen. Keiner weiß warum. Am nächsten Morgen lese ich im Wall Street Journal, dass jemand, als das neue iPhone 4 auf den Markt kam, alle iPhones aufgekauft und jetzt für 10% mehr vor dem Apple Store verkauft. Das ist China.

Meinen Computer hab ich jetzt wieder. Ich war während 5 Tagen 4 mal bei Apple.

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Kommentare
  1. Kathrin sagt:

    Klingt wunderbar bei dir da drüben! Kannst du bei Gelegenheit mal schauen was so ein Ipod classic dort drüben im Apple-store kostet? Vielen Dank und ich freu mich schon auf deine nächsten Erlebnisse 🙂

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